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| Interview/Portrait | In der Regionalliga Fuß fassen | |||
| Lukas Grozurek im alszeilen-Interview. IN DER REGIONALLIGA FUSS FASSEN Der Name Grozurek ist bekannt in Dornbach. Günter Grozurek war jahrelang Nachwuchstrainer und ist jetzt Co-Trainer der U23. Die Brüder Lukas und Florian haben ihre gesamte Nachwuchszeit an der Als verbracht. Lukas hat in dieser Saison den Sprung in die Erste geschafft. Wenige Stunden nach diesem Interview folgte das nächste Highlight: Lukas wurde von Andreas Heraf in den Kader des U18-Nationalteams nachnominiert. ![]() Du bist ja eigentlich für deine Jugend ein Urgestein am Sportclubplatz, denn du gehörst zu jenen Spielern, die ihre gesamte Fußballzeit in Dornbach verbracht haben, zuerst beim WSC, dann beim WSK. Richtig, jetzt kommt das 12. Jahr. Ich hab mit 5 Jahren beim Sportclub begonnen, mit meinem Bruder gemeinsam. Wir waren vorher bei Rapid beim Training, da hat es uns nicht gefallen. Genauso bei Red Star, da haben sie uns nicht genommen, da waren zu viele Kinder. Sie haben gesagt, wir sollen zum Helfort- Platz, zum Sportclub gehen und seitdem spiele ich hier. Alle Nachwuchsklassen... Ja, durch alle Nachwuchsklassen. Gab es bei dir mal Überlegungen zu wechseln? Mein Jahrgang, der 91er Jahrgang, ist ein ziemlich starker, und wir haben auch mit Austria und Rapid immer mithalten können. Ich habe meine ganzen Freunde beim Sportklub gehabt und deshalb hab ich auch nie drüber nachgedacht wegzugehen. Ich wohne auch in der Nähe. Das heißt, dann ist das Trainingszentrum für dich auch optimal. Du hast mit deinem Bruder in derselben Mannschaft angefangen, obwohl er ein Jahr älter ist? Mein Bruder und ich wir sind beide 91er- Jahrgänge. Er ist im Jänner, ich im Dezember geboren, deswegen ist sich das immer schön ausgegangen, dass wir zusammen spielen. Das war immer das Beste für beide, gleiche Trainingszeiten, gleiche Matchzeiten. Das ist auch für die Eltern einfacher, als wenn sie ihre Kinder an unterschiedliche Orte bringen müssen. ![]() Vor zwei Jahren hast du noch in der U17 gespielt, letztes Jahr hast du einen Riesensprung gemacht und bist von der U19 in die U23 gewechselt. Letztes Jahr von Sommer bis Winter war ich in der U17, in der U19 hab ich drei Matches gespielt, dann bin ich gleich in die U23 gekommen und jetzt dann im Sommer rauf. Das ist schnell gegangen. Du hast vergangene Saison ein sehr gutes Jahr in der U23 unter Trainer Batricevic erlebt. Vor allem im Cup. Ja, das war eigentlich das Highlight, weil wir da auch gegen Wienerligateams gespielt haben. Viele erinnern sich gerne an das Match gegen Stadlau, bei dem du in der Verlängerung ein Supertor geschossen hast. Trotzdem dich der Verteidiger angegangen ist, hast du dich nicht fallen lassen und bist von der Mittelauflage durchgezogen. Das war wirklich das schönste Match für mich und es war eine richtige Freude, als wir gewonnen haben. Stadlau ist ja nicht irgendeine Mannschaft, die spielt in der Wienerliga und wir in der Oberliga. Und wir waren alle jung in der U23 und das war ein Riesenjubel, als wir das damals geschafft haben! Das Halbfinale gegen Donaufeld war dann im Gegensatz nicht mehr ganz so erfreulich, da ging es dann doch am Ende ziemlich zu? Da sind wir durch ein Tor von mir in Führung gegangen und dann haben wir in der Verlängerung trotzdem 3:1 verloren. Und dann hab ich nach dem Spiel auch noch die rote Karte bekommen, aber das war, weil der Schiri mich in dem Tumult verwechselt hat. Die haben euch damals ziemlich abgeklopft. Was man auch in der Oberliga merkt, ist, dass viele Vereine das Tempo von der U23 nicht mitgehen können und es dann über die Härte probieren. Was manchmal auch funktioniert, weil ihr euch dadurch aus dem Konzept bringen lasst. Ja, das stimmt leider manchmal. Wie ist das eigentlich für dich, du hast in dieser Saison Erfahrung mit der Wienerliga im Cup, der Oberliga und der Regionalliga. Mein erstes Match gegen eine Regionalligamannschaft war im Cup gegen die Vienna, da hab ich mir am Anfang schon ein bisserl schwer getan, aber jetzt mit der Zeit geht es eh schön langsam. Aber zwischen Wienerliga und Oberliga ist für mich wenig Unterschied. Viele Mannschaften der Oberliga könnten locker in der Wienerliga mithalten. Nur bei den Topteams der Wienerliga merkst du einen größeren Unterschied. Und der Unterschied zur Regionalliga? Da ist schon ein großer Unterschied. Allein vom Körperlichen her merkt man das schon! Wenn man in der Oberliga einen Ball schlecht mitnimmt, ist das kein Problem, in der Regionalliga ist der sofort weg. ![]() Im Herbst waren deine Einsätze noch sehr kurz, mittlerweile kommst Du zu deinen regelmäßigen Einsätzen und hast auch schon RLO-Partien durchgespielt. Der Trainer hat mich am Anfang immer kurz reinschnuppern lassen. Jetzt setzt er mich schon länger ein, damit ich mich schön langsam dran gewöhne. Das hat schon gepasst. Gegen Neusiedl und Ostbahn (Anm. d. R.: und nach dem Interview gegen Waidhofen) hab ich sogar schon durchgespielt. Aber im Herbst bin ich manchmal an der Outlinie gestanden und dann hat der Schiri abgepfiffen – das war schon hart. Beim Cupspiel gegen die Vienna am Saisonbeginn hatte man nach deiner Einwechslung schon das Gefuhl, dass du dir noch ein bisschen schwer tust. Ich habe ja noch nie vor so großem Publikum gespielt. Da waren um die 4000 Leute. Das ist schon auch noch mal was anderes. Aber bei dem Spiel habe ich halt das 1. Mal gemerkt, wie die Spieler rennen und ihren Körper einsetzen. Das merkt man allein schon beim Kopfball. Der Fellner ist glaub ich nicht mal größer als ich, trotzdem hab ich kein einziges Kopfballduell gewonnen. Dein erstes Tor in der RLO hast du gegen Würrmla erzielt, in einer Situation, wo es für das Ergebnis aufgrund des großen Ruckstands nichts mehr bedeutet hat. Ist es trotzdem ein gutes Gefuhl gewesen? Oh ja, war schon schön. Vor allem haben die Würmla-Verteidiger schon 30 Minuten vor Schluss von einem zu Null geredet und dann hab ich das Tor geschossen, das war schon schön! ![]() Würdest du gerne kommende Saison zum Stammspieler in der RLO reifen? Na sicher! Ich möchte in der Regionalliga mal Fuß fassen, konstant spielen, Stammspieler werden. Noch gehe ich ja auch zur Schule, ins Realgymnasium und maturiere nächstes Jahr. Aber danach wäre es schon mein Traum, Profi zu werden. Am schönsten wäre es natürlich, mit dem Sportklub aufzusteigen. Wo siehst du deine Stärken? Ich bin schneller als viele Verteidiger. Aber ich bin leider trotz meiner Größe nicht besonders kopfballstark. Aber das ist eine Frage des Trainings, das kann man lernen! Bist du noch nervös wegen des Publikums? Immerhin kommen ja ganz schön viele Leute zu den Matches. Also am Anfang hat es mich schon ein bisschen nervös gemacht. Aber die Fans sind super Fans. Wenn du da einen Fehler machst, ist es nicht schlimm. Bei anderen Vereinen wirst du dann ausgepfiffen, aber unsere Fans sind perfekt. Mich beflügelt das! Warst du schon immer Stürmer? Nein, ich habe auch schon mal im zentralen Mittelfeld gespielt, aber das ist schon lange her. Aber als Stürmer fühle ich mich schon wohler. Aber wenn ich keine Bälle bekomme, dann geh ich schon nach hinten und hol sie mir. Dein Bruder ist ja etwas älter als du und hat den Sprung noch nicht geschafft. Das war immer schon ein Hin und Her. Das eine Mal war er stärker, dann wieder ich. Das ist auch immer so ein bisschen ein Konkurrenzkampf und das ist auch gut. Jetzt bin halt grad wieder ich dran, aber er trainiert gut und spielt in der U23 super. Ich wünsche mir, dass er es auch bald schafft. Wenn ich mit ihm spielen kann, dann ist es perfekt. Dein Vater unterstützt dich und ist quasi dein Manager? Ja, kann man schon sagen. Er war auch mein Trainer, zuerst Nachwuchstrainer, jetzt ist er CO-Trainer in der U23, aber er hat mit mir alle Nachwuchsstationen durchgemacht. Von der U9 bis zur U17 rauf hat er mich trainiert. Was machst du abseits des Sports? Ich habe nicht viel Zeit: Ich habe Schule, dann geht’s direkt zum Training. Dann komme ich erst um sieben , halbacht nach Hause... Am Tag nach dem Interview mit den alszeilen erhielt Lukas Grozurek die Nachricht über seine Nachnominierung in den Kader für das freundschaftliche Länderspiel gegen Estland in Tallinn. Damit ist der 17-jährige Grozurek nach Salmin Cehajic in der Frühjahrssaison 2003 der zweite Internationale aus den Reihen des Wiener SK. Die ganze Dornbacher Fußballfamilie hat Lukas am vergangenen Dienstag sicher die Daumen gedrückt. In der 60. Spielminute wurde „Luki“ beim Stand von 1:0 für die Österreicher eingewechselt. Am Ende stand es 4:0. Auch wenn er nicht als Torschütze geführt wird, so hat der Dornbacher sicher durch seine Anwesenheit zum Torreigen in den letzten 30 Minuten beigetragen. ![]() Dieses Interview ist erstmals in der Stadionzeitung alszeilen #15 2008/2009 am 15.5.2009 zum RLO-Spiel gegen Stegersbach erschienen. Fotos: (C) Wiener SK Feedback, Kritik und Anregungen bitte an presse@wienersportklub.at© Wiener Sportklub [3269] - [drucken] | ||||
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