Wiener
Sportklub
Interview/Portrait
In der Ostliga nur mehr Sportklub


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In der Ostliga nur mehr Sportklub
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Ingomar Szabo im Interview zu den Beweggründen seiner Vertragsverlängerung, seinem Verhältnis zum Verein und einem kurzen Rückblick auf die Herbstsaison.



Ingomar Szabo beim Jubel vor der Friedhofstribüne nach seinem Tor zum 3:1 gegen Ostbahn XI. (Foto: Christian Hofer)

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Du hast Dich frühzeitig für einen Verbleib beim Verein bis 2010 entschieden. Was waren die Beweggründe?

Der sportliche Leiter Norton Radaj ist auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass man bereits in der Winterpause versuchen will mit den Spielern zu sprechen, um den Kader weitestgehend zu halten, weil man eben sehr zufrieden ist mit uns. Wir haben uns getroffen und die Sache war in fünf Minuten erledigt. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich in der Regionalliga bei keinem anderen Verein mehr spielen möchte außer beim Sportklub. Aber eben mit der Klausel, falls sich etwas nach oben hin ergibt, dass ich Wechseln kann, da ich die ganz große Fußballkarriere noch nicht aus den Augen verloren habe. In der Regionalliga aber nur mehr Sportklub, deswegen war das Thema auch so schnell erledigt.

Sind andere Vereine in der Winterpause auf Dich zugekommen?

Nein, aber ich habe auch bewusst so schnell und früh zugesagt, um erneut ein Zeichen für den Verein zu setzen. Daraufhin haben mit Cehajic und Harrauer gleich zwei weitere Leistungsträger verlängert. Bei uns passt einfach alles, deshalb entscheiden sich Spieler auch so frühzeitig für eine Vertragsverlängerung.

Vom Verein ist das aber auch ein schönes Zeichen, oder?

Ja absolut, das ist ein super Zeichen, das zeigt, dass der Verein mit uns zufrieden ist. Dass wir unsere Leistungen gebracht haben, ist für mich aber auch verständlich, denn wir haben viele Spieler mit hohem Entwicklungspotential. Sollten wir im Frühjahr an die Leistungen der Herbstsaison anknüpfen – was ich mir erwarte – werden logischerweise andere Vereine kommen. Die haben dann vielleicht höhere Ambitionen wie der Sportklub jetzt noch, oder sie haben zumindest mehr Geld und versuchen dann die Spieler wegzuschnappen. Deshalb ist das absolut das richtige Zeichen vom Verein, dass er versucht, diese Mannschaft zusammenzuhalten.

Das zeigt ja, dass der Verein sich bemüht lang oder zumindest mittelfristig zu planen. Was glaubst Du, was mit dem Sportklub möglich ist?

Wer gesehen hat, was wir mit einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft, die noch dazu recht jung ist, im letzten halben Jahr geschafft haben und ein bissl ein Auge für Fußball hat, der weiß, dass mit dieser Mannschaft einiges möglich ist. Die Frage ist eben, schafft es der Sportklub, diese Mannschaft komplett zu halten und im Sommer punktuell noch ein bis zwei Verstärkungen zu verpflichten. Sollte dies dem Verein gelingen, bin ich überzeugt, dass wir schon in der nächsten Saison, ich will jetzt nicht sagen aufsteigen, aber dass wir noch ein Stück näher an die Spitzenteams heranrücken.



Ingomar Szabo beim Jubel nach seinem 1:0 Treffer gegen Waidhofen. (Foto: Christian Hofer)


Was glaubst Du, wo kann oder muss sich die Mannschaft noch verbessern?

Wir können uns in vielen Bereichen noch steigern. Aber alles beginnt damit, dass wir in der Vorbereitung wieder hart an den körperlichen Vorrausetzungen arbeiten. Dadurch vermeidet man Verletzungen. Die können wir uns bei dieser Kadergröße kaum erlauben.
Was bei dieser Mannschaft auch wichtig ist: Viele der Spieler waren letzte Saison keine Stammspieler. Cehajic, Wunderbaldinger, Hevera und ich zum Beispiel. Wir sind jetzt wieder im Rhythmus, haben ein anderes Selbstvertrauen und sind dadurch auch abgeklärter.

In der Hinrunde war die teils mangelnde Disziplin ein Thema. Was können der Sajo und Du als Kapitäne dazu beitragen, dass dies im Frühjahr besser wird?

Damit beschäftigen wir uns ständig. Wir haben gewisse Spieler in der Mannschaft, die enorm erfolgsorientiert sind, was ja an sich erst einmal positiv ist. Aber denen brennen dann immer wieder die Sicherungen durch. Es gibt Vieraugen-Gespräche, Gespräche in der Gruppe und es gibt Geldstrafen, aber es ist eine schwierige Situation. Jeder Spieler weiß im Nachhinein, dass er einen Fehler gemacht hat. Es muss sich halt ein jeder bewusst sein, dass er damit dem gesamten Verein schadet und nicht nur sich selbst. Jeder von uns ist erwachsen und muss sich da bei der eigenen Nase nehmen und sich fürs Frühjahr Verbesserungen auch in diesem Bereich vornehmen. Aber eines ist auch klar: In der Hitze des Spiels, in der Emotion, lässt sich das halt leider nicht ganz vermeiden.
Dieser Punkt ist auf jeden Fall einer, wo wir uns im Frühjahr enorm verbessern müssen und an dem die gesamte Mannschaft arbeiten wird.

Man merkt, dass Dich viel Herzblut an diesen Verein bindet. Gibt es einen Traum, den Du mit dem Sportklub hast?

Ich persönlich hab als Maximalziel nicht die Regionalliga, sondern möchte weiter oben spielen. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann dass ich mit dem Sportklub, wo ich mich zuhause fühl, wo ich mich wohl fühl, wo ich am liebsten für immer bleiben würde, irgendwann einmal den Aufstieg schaffen könnt. Wenn möglich in den nächsten 2-3 Jahren. Das wäre etwas, was ich mir auch für all jene wünschen würde, die in der schwierigen Situation, in der der Verein gerade steckt, so dahinter stehen. Einfach für jeden einzelnen, der sich mit dem Sportklub identifiziert, egal ob Spieler, Funktionär, Fan. Die ganze Atmosphäre rund um den Sportklub ist diese Saison eine ganz andere als zuvor. Da ist eine Leidenschaft zu spüren, die – so denke ich – im Fußballgeschäft nicht alltäglich ist.

Du bist im letzten halben Jahr als einer der Kapitäne trotz Deiner 23 Jahre so sehr im Fokus gestanden wie wohl noch nie zuvor in Deiner Karriere. Wie fühlt sich das an?

Durch die Kapitänsrolle steht man natürlich für die Medien mehr im Blickpunkt und eine halbwegs gute Herbstsaison ist mir auch gelungen. Dadurch bekommt man Bestätigung und dies ist dann auch eine Genugtuung für jene Dinge, die in den Vorjahren abgelaufen sind und das freut einen schon. Denn wenn man zwar gesagt bekommt, dass man Potential hat, es aber nicht zeigen kann, dann nagt das schon an einem. Das letzte halbe Jahr war ja auch für den Freundeskreis und die Familie, die mich immer unterstützt hat, ein schönes Erlebnis. Mein Vater war im Sommer ein wenig skeptisch. Ich musste ihn schon am Laufenden halten, aber er hat mir auch klar gemacht, dass er hinter mir steht, egal welche Entscheidung ich treffe.
Er hat mich gefragt, warum ich glaube, dass dies die richtige Entscheidung ist. Ich sagte, das werden wir spätestens in der Winterpause sehen, ob es sportlich richtig war. Aber was ich sicher weiß, ist das, dass ich absolut gern hier spiele und dass dies der einzige Verein in der Regionalliga ist, für den ich spielen möchte.

Vielen Dank für das Interview.



Ingomar Szabo erzielt das 1:0 gegen Waidhofen-Keeper Markus Posch. (Foto: Christian Hofer)







Ingomar Szabo in der Saison 2006/2007. (Foto: Christian Hofer)



Ingomar Szabo in der Saison 2006/2007. (Foto: Christian Hofer)


Alle Fotos: Christian Hofer (www.fotobyhofer.at)

12-12-2008

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