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Interview/Portrait
Bis wir verlieren, muss er mit dem Turban spielen! - Interview mit Halil Akaslan & Ercan Kayhan


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Bis wir verlieren, muss er mit dem Turban spielen! - Interview mit Halil Akaslan & Ercan Kayhan
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Ercan Kayhan und Halil Akaslan nach dem FAC-Spiel über Freundschaft, die Stimmung im Team und warum Ercan seinen Turban vielleicht nicht so bald los wird.

Erstmal schön, dass Du – Halil – zurückgekommen bist und dass Du – Ercan – zu uns gekommen bist und damit die schöne Tradition der Kayhans beim Sportklub fortsetzt. Wie kam es bei Euch dazu?

AKASLAN: Ich habe mich vor allem für den Sportklub wegen der Freundschaft entschieden. Dass ich ein Jahr wieder locker und aus Freude Fußball spielen kann. Ich habe jetzt sechs Jahre immer nur Meistertitel, Meistertitel, Meistertitel gehört. Und ich wollte wieder mit meinen besten Freunden spielen. Und beim Sportklub spielen ist sehr schön.

Aber wenn es „ganz schlecht läuft“, kann es durchaus auch sein, dass wir mit dieser Mannschaft auch um die Meisterschaft mitspielen.

AKASLAN: Ich habe am Anfang eh gesagt, dass wir um die ersten drei Plätze mit dieser Mannschaft mitspielen können. Aber da hat mich der Pollak ausgelacht, da haben mich viele ausgelacht. Aber es sieht jetzt jeder das Ergebnis, wo wir sind.
KAYHAN: Bei mir ist es so, dass das Spiel gegen den Sportklub in Dornbach immer das wichtigste Spiel für mich war. Vom Stadion her, von der Atmosphäre her, von den Zuschauern her. Es gibt eine super Stimmung. Ich habe finanziell auch bessere Angebote von Vereinen weiter unten und weiter oben gehabt. Aber ich habe mich für den Sportklub entschieden und ich bin hoch zufrieden, dass ich da bin und es passt alles. Zuschauer passen. Mannschaft passt. Freundschaft passt. Und es kann nicht besser werden. Ich spiele seit sechs Jahren in der Regionalliga, so eine Stimmung habe ich bei keinem Verein gehabt, bei keinem Verein. Es passt vom Anfang bis zum Ende.

Dein Bruder ist ja leider weggegangen, aber hat er Dir trotzdem zugeraten zum Sportklub zu gehen?

KAYHAN: Alle zwei haben mir zugeraten. Der Orhan hat mir gesagt, dass es keinen besseren Verein in der Regionalliga gibt. Der Cos hat nur kurz beim Sportklub gespielt, aber der hat mir auch gesagt, wenn Du in der Regionalliga spielen willst, dann kann es nur der Sportklub sein. Ich habe auch bei der Vienna gespielt und auch die Zuschauer von der Vienna gehabt. Aber da waren welche dabei, die haben dich nach zwei Minuten geschimpft. Das gibt es hier nicht. Die Zuschauer stehen hinter dir. Und das ist für die Mannschaft auch eine Verstärkung. Wir wissen vor dem Spiel – wurscht wie es ausgeht –, wenn wir uns einihaun, dann stehen die Zuschauer hinter uns. Das ist für die Mannschaft sehr wichtig. Es kann nur gut sein, wenn es so bleibt und das ist sehr wichtig.



Was erwartet Ihr Euch von den nächsten Spielen im Cup und in der Liga?

KAYHAN: Im Cup wollen wir auf jeden Fall weiterkommen, weil wir wollen in der nächsten Runde eine große Mannschaft erwischen. Eine Bundesligamannschaft oder Red-Zack oder so was. Aber lieber eine Mannschaft wie Rapid zum Beispiel in Dornbach. Das wäre sicher eine super Stimmung. Oder Austria. Wäre sicher super. Und gegen die Mattersburg Amateure in der Meisterschaft sind wieder drei Punkte drinnen, wenn wir uns reinhauen und spielen wie in den letzten Partien, dann sind die drei Punkte sicher wieder drinnen. Und ich glaube auch, dass wir das schaffen.

Auch aus Deiner Sicht drei Punkte, Halil?

AKASLAN: Bei mir geht es immer um drei Punkte. Ein Punkt ist immer zu wenig für mich.



Für Dich war das Spiel gegen Deinen letztjährigen Verein sicher etwas Besonderes?

AKASLAN: Nein, für mich war das nichts Besonderes. Für mich ist jedes Match etwas Besonderes. Ich gebe in jedem Match hundert Prozent. Bei mir gibt es überhaupt kein besonderes Spiel. Ich gebe in jedem Match alles. Ob das ein Freundschaftsspiel oder ein Cupspiel ist.

Du hast ja nicht gerade den Ruf, der ruhigste Spieler am Feld zu sein. Du bist ein emotionaler Spieler am Platz. Du hast dadurch auch immer wieder Stresssituationen mit anderen Spielern oder mit den Schiedsrichtern. Aber in den ersten drei Partien war auffällig, dass Du in hitzigen Situationen immer wieder beruhigend auf die Mitspieler eingewirkt hast. Was jetzt viele nicht unmittelbar bei Dir erwarten würden.

AKASLAN: Ich bin jetzt einer der älteren und erfahreneren Spieler in dieser Mannschaft, wobei mit 24 Jahren klingt das ja fast schon lustig, und ich muss auch Verantwortung übernehmen.

Ist es vielleicht auch ein Erfolgsgeheimnis dieser Mannschaft, dass die Spieler altersmäßig nicht so weit auseinander liegen?

AKASLAN: Ja, auf einer Seite schon. Aber wir kommen einfach gut aus. Wir haben beim Training Spaß. Vor dem Match in der Kabine waren die Spieler des FAC voll ernst. Wie mit Scheuklappen. Wir haben in der Kabine noch Gaudi gemacht. Waren locker drauf. Dann 10 Minuten konzentrierte Besprechung und diese Leistung – was soll man noch mehr sagen.

Taktisch fällt auf, dass wir auf den Flügeln jetzt sehr stark sind und dadurch phasenweise sehr viel Druck bei der Bewegung nach Vorne machen können und dadurch, dass oft beide Seiten durchmarschieren, schwer ausrechenbar sind?

AKASLAN: Dadurch, dass z.B. hinter dem Ercan der Herbst spielt und defensiv sehr viel macht, muss der Ercan nicht so viel machen und spart sich Kraft (lacht) für die Offensive. Und der Baldi, der Wunderbaldinger, der Christoph ist auch ein super Spieler. Und die beiden müssen Vollgas geben, damit wir die Tore schießen können.



Von Außen fällt beim Training und vor nach den Spielen auf, dass die Stimmung der Mannschaft besonders gut wirkt.

AKASLAN: Wir haben eine gute Basis in der Mannschaft. Ich hab so was noch nie gesehen. Ich war ja vor zwei Jahren schon einmal da, aber es war nicht so. Da war jeder mehr auf sich selbst eingestellt. Und jetzt haben wir eine gute junge Mannschaft. Die ältesten sind der Marco und der Christian. In einer jungen Mannschaft will jeder alles geben. Wenn sie dann vor 1000 oder 1500 Leuten spielen, dann müssen sie weiterlaufen, auch wenn sie keine Kraft mehr haben. Beim Vienna-Match hat man es ja gesehen. Eigentlich hätte der Ercan nach der Kopfverletzung nicht mehr weiterspielen sollen.
KAYHAN: Über fünf Zentimeter ist der Cut.

Und zum Schutz musst Du immer noch den Turban tragen?

KAYHAN: Ja. Aber die Spieler sagen...
AKASLAN: Bis wir verlieren, muss er mit dem Turban spielen!
KAYHAN: Die Spieler haben auch gesagt, ich soll mit dem Turban weiterspielen.
AKASLAN: Bis wir verlieren.

Kennst Du Deinen Spitznamen mit dem Turban von den Fans?

KAYHAN: Nicht ganz...

Papa Schlumpf.

KAYHAN: Papa Schlumpf. Ja, das haben mir schon viele gesagt. Ja, ist gut. Ist kein Problem.

Wir danken Euch für das Gespräch.


Fotos: JIMMY MÜLLER



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