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| Interview/Portrait | Interview mit Alfred Niefergall | |||
| Der Top-Torschütze des Wiener Sportklubs stellt sich den Fragen! Wolfgang Markytan (WM): Alfred einen herzlichen Dank, dass wir hier die Möglichkeit haben, einige Tage vor diesem wichtigen Spiel mit dir zu sprechen. Zuvor eine kurze Frage zu deinem sportlichen Werdegang, wo spieltest du, bevor du zum Sportklub gekommen bist? Alfred Niefergall (AN): Das ist schnell erzählt: Vom 7. bis um 22. Lebensjahr war ich beim SF Berg in der Gebietsliga, dann zum SV Schwechat, dort 3 Jahre gespielt und seit 3 ½ Jahren jetzt beim Wiener Sportklub. WM: Bist du damit der Spieler der am längsten im Kader des WSK ist? AN: Es gibt einen, der noch ein halbes Jahr länger hier ist, und zwar Phillip Frenzl. Ein immens wichtiger, aber von seiner Spielweise unauffälliger Spieler, was sportlich keine Abwertung, sondern Aufwertung sein soll. Und aufgrund dieses Spielstils, kann es schon passieren, dass er einem durch die Erinnerungen rutscht, aber er ist seit Winter 07/08 schon 4 Jahre beim Verein und somit der dienstälteste Spieler, der sich noch im Kader befindet. WM: Genau, du bist vor allem den Fans immer durch deine wuchtige Art besonders in Erinnerung geblieben. Wie war es vor dieser Saison, als nicht ganz klar war, ob du weiterhin beim Sportklub spielen wirst? AN: Für mich war ein weiterer Verbleib beim Sportklub klar, so lange ich eine faire Chance bekomme um zu spielen. Der Trainer hat mir zwar klar gemacht, dass es schwierig werden würde, aber das war mir egal. Ich möchte auf jeden Fall, jede mögliche Minute auf dem Platz verbringen und das so lange, so lange mir es meine Gesundheit gestattet und dafür hab ich dieses Jahr mehr kämpfen müssen als in den Jahren zuvor und zu aller Überraschung habe ich mich auf dem Platz auf einer anderen Position wieder gefunden. Und ich werde immer alles daran setzen um auf dem Platz stehen zu dürfen. Es gäbe nur eine Ausnahme, bei der ich mich mit einem „Bankerlplatz“ zufrieden geben würde und das wäre als Trainer. Übrigens machts mir im Sturm momentan mehr Spaß als im Mittelfeld. WM: Du bist in der internen Torschützenliste an Diego Seoane herangerückt, ihr habt beide 6 Treffer bisher erzielt. Hast du jemals schon so viele Tore in einer Saison geschossen? AN: Ja, in den letzten drei Jahren beim Sportklub. Im ersten Jahr 8, dann im zweiten Jahr wieder und 8 und zuletzt 7. Ich hinke also noch ein wenig hinterher, Mein persönliches Ziel neben dem Erfolg mit der Mannschaft ist meine persönliche Bestleistung zu knacken und die Chancen stehen gut. WM: Am letzten Freitag der wichtige 2:0-Siegestreffer gegen Schwechat, wo wir 45 Minuten stark unter Druck gestanden sind. Aus der einzigen richtigen Möglichkeit in der 2. Hälfte hast du das 2:0 geschossen. War es für dich einfacher, weil du an „alter Wirkungsstätte“ getroffen hast oder einfach punktegenau zum richtigen Zeitpunkt „da“? AN: Mir war es völlig klar, dass wir in der 2. Hälfte nur aus einem Konter oder einer Standardsituation ein Tor machen werden. Dass es wirklich so passiert ist, hat mich extrem gefreut. Als ich das Tor geschossen habe, ist mir persönlich eine große Last von den Schultern gefallen, weil ich vorher etwa acht Wochen lang Rückenprobleme hatte. Es war erst das zweite Match, in dem es mir wieder recht gut gegangen ist. Man glaubt gar nicht, wie sehr sich die Veränderungen von gesundheitlichen Kleinigkeiten im Leben auswirken können. Mir sind kurzfristig die Tränen in den Augen gestanden, als mir klar geworden ist, dass wir dieses Spiel trotz des Dauerdrucks der Schwechater gewinnen werden. Und ich glaube, dass es uns das allen in diesem Moment bewusst geworden ist, wenn man sich den euphorischen Jubel angesehen hat. Die Mannschaft hat alles dafür getan um dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben zwar nicht gut Fußball gespielt, dafür hat keiner von uns auch nur ein Quäntchen Leidenschaft vermissen lassen. Das war für mich das Ergebnis einer kämpferischen und geschlossenen Einheit. WM: Kommen wir nun zum nächsten Meisterschaftsspiel. Am Freitag steht bei warmen 15 Grad der Schlager 3. gegen 2., Wiener Sportklub gegen St. Pölten, an. Wie ist das bei dir, bist du vor so einem wichtigen Spiel schon nervös oder siehst du es so, dass es eine Partie wie jede andere ist, eine die gewonnen werden muss? AN: Die Emotionen und die Konzentration diesbezüglich kommen bei mir erst am Freitag, wann genau, weiß ich nicht, aber im Normalfall nach der Mannschaftsbesprechung, denn es ist sehr schwierig Emotionen und hohe Konzentration über einen längeren Zeitraum bei körperlichen Belastungen aufrecht zu erhalten. Ich setze mich bei diesem Spiel nicht wirklich unter Druck. Ich gehe davon aus, dass wir als Mannschaft konzentriert und geschlossen auftreten werden. Wir werden, was wir immer machen, kämpfen. Das ist auch etwas was ich in vorherigen Mannschaften ein wenig vermisst habe, nämlich dass alle ausnahmslos alles geben und das wird am Freitag auch der Fall sein. Dieser Punkt ist für unsere Fans ebenfalls immens wichtig, die sich dadurch auch mit unserer Mannschaft identifizieren kann. Was dann beim Spiel rauskommen wird, steht in den Sternen, da mein erhoffter und erwarteter Sieg von sehr vielen Faktoren abhängig ist. Mir taugt es einfach in so einer Mannschaft spielen zu dürfen. WM: Wir hoffen alle auf einen Sieg! Was wird in Zukunft sportlich bei dir anstehen? AN: Zuerst einmal Waidhofen und der FAC! WM: Und über die Saison hinaus? Ist deine sportliche Zukunft schon geklärt? AN: Ich weiß noch nicht wie es weiter geht, ich kann ja meinen Vertrag nicht selber verlängern. Ich habe noch ein Gespräch mit unserem Coach und davon wird natürlich abhängig sein, was ich nächstes Jahr fußballerisch machen werde. Vielleicht geht es weiter, ich weiß es noch nicht. Des Weiteren ist es auch wichtig für mich, wenn auch nicht vorrangig, mein Studium abzuschließen. Der Fußball hat mein Studium zeitlich etwas blockiert. Diese Ausrede verwende ich immer für mich selbst um meine lange Studiendauer zu rechtfertigen. Aber es stimmt schon, dass ich täglich mit An- und Heimreise plus Aufenthalt am Platz ca. 4-6 Stunden benötige und das 5-6 mal die Woche, das summiert sich. Außerdem konnte ich Lehrveranstaltungen maximal bis 14 Uhr besuchen, da ich dann schon Richtung Training unterwegs sein musste um nicht zu spät zu kommen. War alles a bisserl kompliziert, aber jetzt fehlt ja nimma viel. Dieser Universitätsabschluss würde einen meiner nächsten Lebensabschnitte beenden und darauf arbeite ich jetzt hin, damit ich diesen Teil alsbald als möglich hinter mich bringen werde. Von meiner Seite aus sollte es bei den Verhandlungen keine großartigen Probleme geben, so lange das Interesse von Vereinsseite da sein sollte mich über dieses Saison weiter zu verpflichten, bin ja kein schwieriger Mensch Wichtig sind für mich auf jeden Fall die Zukunftsplanungen des Vereins und meine Identifikation mit eben jenen. Mir persönlich ist auch meine Trainerausbildung voranzutreiben, was jetzt nicht mit einem Sägen am Trainerstuhl gleichzusetzen ist und nicht missverstanden werden darf, sondern ich möchte über kurz oder lang als Trainer tätig sein und für diese Aufgabe jetzt schon Erfahrungen sammeln. Alles was ich jetzt lernen kann erspare ich mir dann später im meinem aktiven Trainergeschäft, bei dem ich dann bereits aus einem größeren Erfahrungspool schöpfen kann. WM: Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für das Match am Freitag. © Wiener Sportklub [1950] - [drucken] | ||||
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