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Sportklub
Interview/Portrait
Trainingslager: Christoph Pulz und Patrick Witschka im Interview


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Interview mit U23 Trainer Slobodan Batricevic
Trainingslager: Christoph Pulz und Patrick Witschka im Interview
Interview mit dem neuen Chef-Trainer

Zwei junge Sportklub-Spieler sprechen über das Bundesheer, über Verletzungen und über Ihre Reise nach Dornbach.



Foto: Christoph Pulz, zweite Reihe links und Patrick Witschka, zweite Reihe rechts.

Wie seid Ihr beide zum Sportklub gekommen?

Christoph Pulz: Ich bin zum Sportklub so gekommen, indem die Austria zu mir gesagt hat, dass es bei den Amateuren doch schwer für mich werden wird, weil sie in die Red Zac aufgestiegen sind und bereits einen starken Kader gehabt haben und dann noch neue Spieler geholt haben und rund um Mählich sehr starke Spieler im Kader hatten und ich soll schauen, dass ich in der Regionalliga unterkomme. Dann hätte ich die Möglichkeit gehabt zu Würmla zu gehen, da wäre aber der Nachteil gewesen jeden Tag eine Stunde oder mehr zum Training fahren zu müssen. Dann wäre noch PSV möglich gewesen, was nicht schlecht gewesen wäre, weil doch einige von uns aus der Akademie genommen worden wären. Weiß eigentlich nicht mehr so genau wieso das dann nichts geworden ist.

Ich bin dann beim Sportklub zum Probetraining erschienen und der frühere Trainer hat gemeint er wäre nicht abgeneigt mich zu nehmen, das war vor ½ Jahr vor Vorbereitungsbeginn, ich sollte wieder kommen wenn das Training beginnt und der Kreissl Günter, der Torwarttrainer beim Sportklub war und jetzt bei den Austria Amateuren ist, hat dann offensichtlich ein gutes Wort für mich eingelegt. Ja, und so bin ich zum Sportklub gekommen.

Man hat mir dann gesagt und das war klar, dass Vienna und Sportklub die zwei ersten Adressen im Amateurfußball sind und dass beide Vereine im Gegensatz zu den meisten Ligakonkurrenten doch viele Fans haben, das ist halt etwas anderes. Ich habe halt auch mit ein paar Trainern und Spielern gesprochen, es haben ja schon viele Leute bei diesen beiden Vereinen gespielt und die haben gemeint, dass es schon etwas besonderes ist für den Sportklub zu spielen, weil man das hier irgendwie mit keinem Klub so richtig vergleichen kann.

Patrick Witschka: "Das war bei mir eine lange Geschichte wegen meiner Verletzungen. Ich war schon Stammspieler in der Rapid-U19 und hab mich zweimal schwer am Knie verletzt und hab 1 ½ Jahre pausiert bis eben im März 2005, dann hab ich wieder 1 Monat trainiert bei Rapid und dann hätten sie mich wieder spielen lassen, aber das Problem war, dass ich gerade meine Matura gemacht habe. Das war im Juni und ich habe gewußt, dass ich aus Zeitgründen nicht werde trainieren können. Dann wäre ich aber rausgeflogen bei Rapid und dann hab ich mir gedacht ich mach lieber die Matura und wechsle den Verein, weil ich ja auch ablösefrei wechseln konnte, weil ich so lange gestanden bin. Ja und dann hab ich die Matura bestanden und mir gedacht was mach ich jetzt und weil es beim Sportklub den Karlo Sakic gibt, der ein guter Freund von mir ist und der mit mir 5 Jahre in die Schule gegangen ist, da wir Kontakt miteinander gehalten haben , hat er zu mir gesagt ich soll zum Sportklub gehen. Ich bin dann auf Maturareise geflogen und habe anschließend eine eMail an den Sportklub geschrieben, und man hat mir dann geantwortet und habe dann bei einem Spiel gegen SPC Helfort 10 Minuten gespielt und am nächsten Tag eine Halbzeit gegen Königstetten. Dann wollte mich der Trainer als U23-Spieler, was mit eh nur recht war, weil ich so lange nicht gespielt habe. So bin ich halt zum Sportklub gekommen."

Welche Verletzungen hattest Du, Du bist ja erst 19 Jahre alt?

PW: Also ich hatte eine Operation wegen einem Meniskusschaden, dann die zweite Operation wegen Knorpelschaden, Meniskus und das Kreuzband war zu locker, es war instabil und das musste operativ korrigiert werden. Jetzt im Sommer hab ich mich leider wieder am Meniskus verletzt, aber ich bin froh nicht aufgehört zu haben, ich wollte schon aufgeben, denn das eine Jahr im Fitnesscenter war eine schwere Zeit. Ich war dann wirklich froh dass ich im Sommer einen Verein gefunden hab. "

CP: "Wenn Du 1 Jahr oder länger pausieren musst, dann bist Du irgendwie weg vom Fenster, glaubst Du verlierst den Anschluss, das kann das Ende der jungen Karriere sein. Ich hatte zum Glück kaum Verletzungen, nur im zweiten Akademie-Jahr hatte ich einen Seitenbandeinriß, das war aber nach 4 Wochen wieder ausgeheilt, also war keine längere Pause nötig. "

Ihr zwei wurdet vom Bundesheer freigestellt, nach einigen Tagen der Ungewissheit, ob Ihr überhaupt aufs Trainingslager mitfahren könnt und Du, Patrick, hast ja pikanterweise eine Marschbefreiung ab 5 Kilometern und eine Sportbefreiung, wie geht das?

PW: "Ja es ist natürlich kein Fußballer darüber begeistert zum Bundesheer zu müssen, denn es schneidet die Karriere schon sehr ein. Ich bin bereits zur Stellung mit den ganzen Befunden hingegangen, da hab ich erst 2 Operationen gehabt, da haben sie gemeint ich bin von dem und dem befreit und wie ich dann eingerückt bin haben sie mich am 2. Tag wieder ärztlich behandelt und haben mich sportbefreit. Sie haben gesagt ich darf maximal 10 Kilogramm heben und nur 5 Kilometer marschieren. Das Bundesheer wollte einfach das Risiko nicht übernehmen, denn wenn mir etwas passiert muss das Heeresspital die Kosten übernehmen. Ich wollte, aber man hat mich nicht lassen, ich habe nichts dazu beigetragen, dass es zu einer Befreiung kommt. Das war halt der Grund warum es dann zu einigen Diskussionen gekommen ist und ich musste die Sachlage erst aufklären, damit niemand auf die Idee kommt, dass ich es mir leicht machen möchte."

CP: "Am Anfang war man beim Bundesheer natürlich nicht begeistert, denn wenn man schon seit langen Jahren in einer gehobenen Position beim Militär ist und dann vom Ministerium "overruled" wird, dann ist das sicher auch nicht so angenehm und man fragt sich dann ob das alles seine Richtigkeit hat. Aber Hauptmann Streit, der uns letztendlich nach Antalya fliegen hat lassen, wird sich auch gedacht haben, dass es schon seine Richtigkeit hat, wenn die Initiative aus dem Ministerium kommt.

Am Donnerstag vor dem Lager haben wir uns eben zum Rapport gemeldet und da war der Hauptmann Streit sehr locker und hat gemeint, dass wird schon so passen und das ist damit wir gegen die Faeroer-Inseln auch einmal gewinnen. Wir haben auch die Wochenpläne der einzelnen Grundausbildungswochen besprochen, dass da in der zweiten Woche eben viel Waffenübungen dabei sind und Exerzierdienst und er eigentlich gar nicht weiß wie wir das alles schaffen wollen, vor allem auch in Hinblick auf die Angelobung.

PW: Ja, er hat dann halt gemeint, dass wir viel werden nachholen müssen und er weiß aber selber nicht wie wir das schaffen wollen, selbst wenn wir eine Nachschulung bekommen, also der Ausbildner länger bleiben muss oder unsere Kameraden uns das beibringen. Das bedeutet jetzt natürlich auch dass wir jetzt ordentlich Gas geben müssen, weil immer, wenn wir etwas falsch macht werden, wird es heißen: "eh logisch, die waren ja auf Trainingslager".

Wieder zurück zum Sportlichen. Ihr hattet schon Einsätze in der Kampfmannschaft?

CP: Ja, ich hab in Zwettl gespielt und die ersten beiden Cuprunden war ich dabei. Ich hätte noch die letzten beiden Runden im Herbst spielen sollen, aber da hab ich eine Verletzung gehabt und da ist es nicht dazu gekommen.

Wie seht Ihr Eure Chancen bei Dominik Thalhammer? Bei der Konsequenz mit der er sich regelmäßig über den neuesten Stand in Sachen Bundesheerfreistellung erkundigt hat, bewinnt man den Eindruck, dass er sehr viel von Euch hält.

PW: bei mir war es so, dass ich lange Zeit im Winter nicht wusste, ob ich bleibe oder nicht, weil ich eben verletzt war, ich hatte ja nur 3 Spiele in der U23, dann hat es geheißen, dass es eine Kaderreduktion geben wird und ich habe lange nicht gewußt wie es ausschaut, aber beim Match gegen die Austria Amateure hat der Trainer gesagt, dass ich ihm gefalle und dass es gut aussieht und beim Spiel gegen die Austria hab ich eine gute Leistung geboten und der Herr Thalhammer hat gesagt, dass er sich mit mir schon etwas vorstellen könnte auf der linken Seite.

CP: Bei mir war es so, dass wir uns nach dem 2. Laktattest zusammengesetzt haben und er war offen und ehrlich, hat gesagt, dass ich ihm nach der ersten Woche nicht sonderlich aufgefallen bin und es wird halt relativ schwer sein in der Mitte, bei der starken Besetzung mit Fredl, Pezi und Sertan und mittlerweile auch dem Nemo. Und der Thomas Hickersberger hat dann eben gesagt, dass es für einen jungen halt tödlich ist, denn in der Reserve spielen ist halt nicht so wirklich das was man sich wünscht. Noch schwerer wäre es natürlich, wenn wir an diesem Trainingslager nicht hätten mitfahren können, denn auch der Trainer hat gesagt, dass es gerade in der Schlußphase der Vorbereitung extrem schwer ist, denn es spitzt sich zu und es fallen Entscheidungen und wenn man da nicht voll dabei ist hat man kaum eine Chance. Der Trainer hat dann noch gemeint, dass ich natürlich auch zu einem anderen Verein gehen kann, wo meine Abwesenheit beim Training wegen des Bundesheers nicht so ins Gewicht fällt. Ich hab aber nur kurz überlegt und hab mich dann entschlossen beim Sportklub zu bleiben und um meine Chance zu kämpfen.

PW: Für uns ist es ja auch wichtig am Trainingslager teilzunehmen, weil es extrem bindet und kameradschaftlich wären wir weg vom Fenster gewesen, wenn die anderen so nahe zusammenrücken. Wir können uns wiklich glücklich schätzen hier sein zu können.

CP: wir haben ja gar nicht so richtig mitbekommen, dass sich etwas wegen der Freistellung ergibt und wir sind am Montag eingerückt und am Dienstag sind wir zum zweiten mal zum Arzt gegangen und mussten da eben zum Dienstführenden, zum Vizeleutnant Kaiser und dieser hat den Patrick gefragt, ob er ihm nicht irgend etwas sagen will und der Patrick hat im ersten Moment gar nicht gewußt worum es geht und dann gesagt, naja vielleicht eventuell halt Trainingslager und so. Der Vizeleutnant hat gesagt er braucht Fakten und Daten und dann hat der Verein Nägel mit Köpfen gemacht und der Hauptmann ist gekommen und hat gemeint "aha" und dann waren plötzlich alle böse auf den Patrick wegen seinen Befreiungen. Das Ganze war dann aber eh halb so schlimm.

Was sagt Ihr zum Sportklub-Publikum?

PW: Mir taugt, dass das alles im Stadion so eng ist und es eine typisch britische Atmosphäre hat und rundherum Häuser sind, das hat schon was. Ich hab zwar nur in der Reserve gespielt, aber am Ende der Spiele sind immer schon ziemlich viele Leute im Stadion und das hat mich schon sehr fasziniert.

CP: Was ich super gefunden hab war das Match gegen die Vienna, da hab ich zwar auch nur in der Reserve gespielt, aber da waren am Schluß schon 2000 oder 3000 Leute da und das war einfach ein Wahnsinn, es war einfach beeindruckend und das ist natürlich auch ein Hauptgrund gewesen warum ich nicht zu Würmla oder PSV gegangen bin. Hier gibt es einfach einen Kult, noch viel mehr als bei der Vienna, wo auch die Atmosphäre auf der Hohen Warte nicht annähernd so toll ist. Es war auch faszinierend, dass die Friedhofstribüne bei einem Spiel wo es wirklich geschüttet hat unbeirrt weiter gesungen hat und kaum einer hat die unüberdachte Tribüne verlassen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Eure weitere Karriere beim Wiener Sportklub Wienstrom.





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Bilder: Christoph Pulz (oben) und Patrick Witschka (unten) im Einsatz beim Testspiel gegen den FC Zug 94.

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