| Kapitän Ingomar Szabo im Interview |
| Ingomar Szabo im Gespräch zum Saisonstart Hallo Ingomar. Die Sommerpause ist vorbei. Konntest du dich gut erholen, warst du auf Urlaub? Wir hatten drei Wochen trainingsfreie Zeit. Ich war nur zuhause und bin nicht weggefahren. Ich fühle mich jedoch sehr gut erholt. Weißt du eigentlich in deine wievielte Saison du als Spieler beim Sportklub gehst? Die 6. Saison. Wie bist du eigentlich damals zum Verein gekommen? Ich habe damals bei der Admira gespielt und wollte mich sportlich verändern. Der damalige Trainer des Wiener Sportklub, Dominik Thalhammer, hat mich bereits gekannt. Er war bei der Admira bereits für 4 oder 5 Jahre mein Trainer und war immer von meinen Qualitäten überzeugt und wollte mich daher auch zum Sportklub holen. Der Sportklub war für mich natürlich ein Begriff und ich habe daher auch nicht lange überlegt und habe gleich zugesagt und habe mich von der ersten Saison an wirklich wohlgefühlt bei diesem Verein. Wie kam es in deiner Kindheit zur Entscheidung für den Sport Fußball? In welchem Jahr war das? Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Fußball. Aus den Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass ich seitdem ich Laufen konnte bereits gerne mit dem Ball herumgelaufen bin. Ich habe als junger Bub meinen Vater schon öfter gefragt, ob ich nicht Fußball spielen könnte. Mit 3, 4 oder 5 Jahren war das jedoch noch nicht möglich. Mit 6 Jahren wurde ich dann bei meinem damaligen Verein in der U 10 angemeldet. Das war in Unterwart in einer kleinen Ortschaft mit ca. 900 Einwohnern. Daher gab es auch nicht für jede Altersklasse eine eigene Mannschaft. Wo hast du dann weiter im Nachwuchs gespielt? Als ich aus der Altersklasse in Unterwart herausgefallen bin, hat es dann eine Spielgemeinschaft mit Oberwart gegeben. Oberwart war deutlich größer, die hatten schon alle Altersklassen. Dort habe ich bis 14 gespielt, bis mich dann die Admira geholt hat, und ich in die Südstadt gegangen bin. Gab und gibt es eigentlich Vorbilder im Fußball für dich? Mein letztes richtiges Vorbild war der Francesco Totti. Das war eigentlich mein größtes Vorbild, wobei ich nicht mehr sagen kann in welchem Alter das war. Auch natürlich schon deswegen, weil er jemand ist, der seinem Verein AS Rom so lange treu geblieben ist. Vielleicht hätte er woanders mehr verdienen können, aber er ist immer bei seinem Verein geblieben. Blicken wir auf die nächste Saison. Ein paar Spieler haben uns verlassen. Natürlich ist das auch das normale Geschäft, trifft es einen jedoch trotzdem, wenn man einige wahrscheinlich „gute Freunde“ nicht mehr beim Training sieht? Jeder der mich kennt, egal ob als Mitspieler oder sonst, weiß das ich sehr schnell gute Freunde beim Sportklub gefunden habe. Von den Abgängen heuer zum Beispiel der Patrick Wunderbaldinger. Den kenne ich seit ich 14 bin von der Admira schon. Genauso ein Jürgen Csandl oder einen Ercan Kayhan, den ich auch schon von der Admira her kenne. Es ist schon immer wieder schwierig, weil man gute Freunde nicht mehr täglich in der Kabine sieht. Das freundschaftliche Verhältnis wird natürlich weiter gepflegt, weil ich mich mit einigen sehr gut Verstanden habe. Man trifft sich dann halt nicht mehr in der Kabine, sondern vielleicht auf einen Cafe. Deine Verlängerung war ja auch kurze Zeit ungewiss. Wie kam es dann doch dazu, dass du für eine weitere Saison beim Sportklub unterschrieben hast? Es war wirklich heuer eine extrem schwierige Entscheidung. Es gab natürlich schon mal die Situation, wo ich einen Abgang in Erwägung gezogen habe. So konkret wie heuer war es jedoch noch nie. Wir Spieler haben auch erst beim letzten Spiel erfahren, wer der neue Trainer wird, was für uns Spieler auch sehr wichtig ist, da man nie weiß, ob der neue Trainer auch mit einem plant. Dazu kommt natürlich auch die finanzielle Seite. Ich bin derzeit auf Jobsuche, wobei ich hoffe, dass sich hier bald etwas ergibt. Daher muss ich natürlich auch schauen, dass die finanzielle Seite passen muss. Daher habe ich auch mit anderen Vereinen verhandelt, wobei es mit einem Verein sogar schon fast fixiert war. Der Sportklub hat sich dann aber besonders um mich zu bemüht und auch der neue Trainer Maresch hat mit mir ein Gespräch geführt, wo er mir erklärt hat, dass er unbedingt möchte, dass ich bleibe. Das war eine wirklich schwierige Zeit und ich bin auch sehr froh darüber, dass es doch zu einer Einigung kam. Vor dem letzten Spiel habe ich aus dem Trainingszentrum meine Schuhe bereits abgeholt, da ich nicht mehr an eine Verlängerung geglaubt habe zum damaligen Zeitpunkt. Ich konnte es damals kaum fassen, dass das Kapitel Sportklub für mich beendet ist. Daher bin ich umso mehr froh, dass es doch geklappt hat, da jeder hier weiß, wie ich zu dem Verein stehe und dass es mir sehr viel bedeutet, hier zu spielen. Du hast sogar für 2 Jahre verlängert. War das die Idee des Vereins oder deine? Wie ist es dazu gekommen? Der Trainer hat selbst einen 2-Jahresvertrag beim Verein und er würde sich auch freuen, wenn ich diesen Weg mit ihm gehe. Sollte es in den 2 Jahren ein Angebot von oben geben, ist ein Wechsel möglich. In der Regionalliga gibt es für mich nur den Wiener Sportklub sofern der Verein mich auch möchte und das Angebot auch in Ordnung ist. Da das Angebot für die nächsten zwei Jahre passt, habe ich es auch gerne unterschrieben. Es gibt natürlich auch heuer einige Neuzugänge. Wie werden neue Spieler beim Sportklub empfangen, welche Rolle hast du als Kapitän dabei? Zum Glück ist es aufgrund des Charakters unserer Mannschaft für einen neuen Spieler extrem einfach bei uns. Jeder Spieler, der neu zu uns kommt, ist gleich voll dabei und wird aufgenommen. Natürlich versuche ich, meinen Teil dabei als Kapitän beizutragen. Man spricht mit den Neuzugängen. Sie können mich jederzeit alles fragen, haben meine Handynummer und ich versuche natürlich, ihnen zu helfen. Wie empfindest du bisher die Stimmung unter dem neuen Trainerteam? Es hat sich wirklich einiges verändert. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie und Art, wie er etwas rüber bringt. Es ist heuer für einige Spieler Neuland, dass wir in einigen Dingen sehr intensiv arbeiten. Zum Beispiel im mentalen Bereich. Das war für einige Spieler neu. Auch konditionell haben wir in der Vorbereitung hart gearbeitet. Der dritte Punkt worauf der Trainer wesentlichen Wert legt ist die Disziplin am Platz. Abseits des Trainings führen wir natürlich Schmäh, wenn aber eine Übung durchgeführt wird, achten wir sehr auf Disziplin. Du hast beim Sportklub schon auf einigen Positionen gespielt. Verteidigung, Zentrales Mittelfeld oder gar Stürmer, was ist eigentlich deine Lieblingsposition? Wenn mich wer fragt, ist das Zentrale Mittelfeld für mich die beste Position. Unter Trainer Batricevic war die Innenverteidigung für mich die Stammposition. Das wichtigste ist immer, man schaut sich den Kader an. Es muss geschaut werden, welcher Spieler wo der Mannschaft am meisten helfen kann. Hast du ein persönliches Ziel für die nächste Saison? Ein persönliches Ziel ist nicht so wichtig wie der Erfolg der Mannschaft. Jeder einzelne muss so trainieren und arbeiten, dass die Mannschaft als Team erfolgreich ist. Wie wir bisher arbeiten, stehe ich dem aber sehr positiv gegenüber. Was sind für dich Gründe, warum ein Fußball Fan am Sportclubplatz kommen soll? Argumente für einen Besuch am Sportclubplatz gibt es jedes Jahr, egal welche Mannschaft auf dem Platz steht. Es gibt wirklich extrem viele Leute, die sagen, sie würden in Österreich in kein anderes Stadion gehen, weil woanders die Stimmung oft zu aufgeheizt ist, ständig nur geschimpft wird. Beim Sportklub kannst du dagegen auch mit einem kleinen Kind hingehen und hast eine tolle Atmosphäre und kannst das Match absolut genießen. Natürlich wollen wir Spieler auch aus sportlicher Sicht attraktiven Fußball bieten. Es wird sicher erfolgreiche und weniger erfolgreiche Spiele geben, aber ich kann versprechen, dass wir als Mannschaft in jedem Match alles geben werden. Vielen Dank für dieses Interview. © Wiener Sportklub [1210] - [drucken] |
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