Stimmen von der Alszeile

 

Neusiedl - 20. Runde RLO 2.4.2010

Christoph Jedlicka

Ich glaub, ich hab mich noch nie in meinem Leben so über einen Sieg gefreut. Der war ganz wichtig. Vor allem wie der Sieg zustande gekommen ist, war extrem schön. Wir waren hinten und haben dann mit Willen die Partie gedreht. So wie wir heute aufgetreten sind, hat es uns am Platz Spaß gemacht und sicher auch den Fans auf den Tribünen.

Ich war am Ende der Herbstrunde Stammspieler und mein Kopf war zu Beginn des Frühjahrs schon unten, aber der Trainer hat dann mit mir gesprochen. Er hat mir gesagt, dass ich Gas geben soll und dann auch meine Chance bekomme. Ich hab Sie bekommen und auch genutzt.

Wenn wir am Montag so spielen, wie wir heute gespielt haben, holen wir auch gegen Gaflenz drei Punkte.

Hans Kleer (Trainer Wiener Sportklub)

Was die Presse und die Wettbüros machen, interessiert mich nicht. Wir sind für mich gegen keinen Gegner zu Hause vor so einer Kulisse Außenseiter. Ich kenne meine Mannschaft und kenne leider dadurch auch die zwei Gesichter. Das müssen wir abstellen. Ich will nach einem guten Spiel wie heute sehen, dass die Mannschaft das bestätigt und nicht wieder meint, dass es nur spielerisch auch geht.

Wir wollten heute nicht ins offene Messer laufen und haben uns deshalb am Beginn bewusst etwas zurückgezogen, weil wir wussten, dass sie bei Kontern brandgefährlich sind. Man hat gerade in der ersten Halbzeit gesehen, dass einige schon noch sehr verunsichert waren. Deshalb hab ich in der Pause sehr viel Motivation gebraucht, um sie aufzurichten, da wir ja praktisch aus dem Nichts mit dem ersten Angriff das Gegentor kassiert haben. Wir sind die bessere Mannschaft, aber müssen auch das Glück erzwingen und das hat die Mannschaft heute gemacht. Dieser Wille war gerade beim zweiten Tor ausschlaggebend. Das ist vor allem deshalb gefallen, weil wir den Willen hatten nachzugehen und um jeden Ball zu kämpfen. Die Mannschaft hat heute das umgesetzt, was ich mir vorgestellt hab. Was noch kommen muss, ist, dass wir uns trauen Fußball zu spielen. Man hat nach der Auswechslung vom Marco gemerkt, dass die Mannschaft wieder etwas Angst bekommen hat und das Spiel über die Zeit bringen wollte, anstatt den Ball zu halten und das Spiel dann durch einen Konter sicher nach Hause zu bringen. Das Montagsspiel ist fast wichtiger als das heutige. Gaflenz ist ein direkter Konkurrent, wenn wir am Montag einen Sieg nachlegen, haben wir das nötige Selbstvertrauen, um uns von dort unten abzusetzen.

Ingomar Szabo

Mir hat das Herz wehgetan, als ich in den Zeitungen gelesen habe, wir seien krasser Außenseiter. Ich hab nicht gedacht, dass ich das als Sportklubspieler mal erleben muss, dass wir gegen Neusiedl Außenseiter sind. Heute hat man vor der Partie schon gemerkt, dass jeder kapiert hat, worum es geht. So ein Gegentor hat uns in den letzten Spielen immer das Genick gebrochen, aber heute sind die Köpfe nicht nach unten gegangen, sondern wir haben weiter Gas gegeben und sind dafür belohnt worden. Wir waren heut einfach die bessere Mannschaft. Neusiedl war die letzten Runden stark drauf, hatte aber heute in der zweiten Halbzeit nur eine Torchance. So müssen wir uns weiter präsentieren – es darf nicht immer nach einem guten ein schlechtes Spiel kommen. Wir müssen gegen Gaflenz genauso auftreten wie heute, damit wir uns bald wieder an Platz 7 oder 8 orientieren können und mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Sancho Marcos Perez

Ich war sehr froh, nach so langer Zeit mal wieder spielen zu können. Wir wollten heute 90 Minuten lang Vollgas geben und den Zuschauern zeigen, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Diese kämpferische Einstellung hat uns verdient den Sieg beschert.

Dieses Spiel war sehr wichtig für uns, wir wollten ihnen von Beginn an keinen Raum geben. Nach dem Gegentor haben wir taktisch klug nach vorne verschoben, ohne ihnen zu viel Raum zu geben.

Ich war mir sehr unsicher, ob ich heute spielen soll, da ich noch nicht ganz fit bin. Zu Beginn hab ich schon gemerkt, dass mir noch der Rhythmus fehlt, aber ich hab mich nicht versteckt, hab probiert die Bälle zu erobern und bin in die Zweikämpfe gegangen. Meine Fehlpassquote war aber noch deutlich zu hoch. Am wichtigsten ist, dass wir heute für den Verein den Sieg eingefahren haben. So müssen wir am Montag gegen Gaflenz weiter machen.

Ich erwarte mir, dass wir am Montag selbstbewusst auftreten. Und wenn wir die individuelle Klasse, die wir zweifelsohne haben, mit Zweikampfstärke und Laufbereitschaft verbinden, wird der Abstiegskampf bald kein Thema mehr sein.

Fotos: (C) Wiener SK

03-04-2010