U23: A11-Rapid Oberlaa  vs Wiener SK 1b (Oberliga A)

 

Marco Perez Dreh- und Angelpunkt beim 6:1-Auswärtssieg der Dornbacher Fohlen


Dass Sportklubs Mittelfeldmotor Marco Perez immer besser in Schwung kommt, bekam FC A11-Rapid Oberlaa am Samstag Nachmittag am Franzosenweg zu spüren. Dank einiger Geniestreiche des Liechtenstein-Spaniers siegte die schwarz-weiße 1b klar.


FC A11-Rapid Oberlaa bezog in den letzten beiden Meisterschaftsspielen gegen Team Wiener Linien und Austria XIII schwere Schlappen. Die Favoritner, die einige Stammspieler vorgeben mussten, bewiesen zu Beginn des Matches jedoch Moral und hielten gut dagegen, sodass Torchancen in den ersten zwanzig Minuten Mangelware waren. So gab es lediglich zwei Torschüsse - je einer von Hakan Öntürk und Musa Kocas - zu notieren, die Oberlaa-Keeper Hasan Swoboda aber vor keinerlei Probleme stellten. Mit Fortdauer des Spiels übernahmen Sportklubs "Doppelsechser" Erhan Ergün und Marco Perez immer mehr das Kommando. Besonders der ehemalige Teamspieler Liechtensteins ließ immer häufiger seinen Genius aufblitzen. In der 21. Minute erkämpfte sich die Kampfmannschafts-Leihgabe in der gegnerischen Hälfte einen Ball, legte ideal für Hakan Öntürk ab, der mit einem Stangenschuss Pech hatte. Die vergebene Chance wirkte beflügelnd auf das schwarz-weiße Offensivspiel. 60 Sekunden später packte Burak Özbek den Hammer aus und zwang Oberlaas Keeper Hasan Swoboda zu einer Glanzparade. Den von Marco Perez ausgeführten Corner verfehlten Yannick Soura und Musa Kocas jeweils nur um Zentimeter. Die brav kämpfenden, in der ersten Hälfte aber weitgehend harmlosen, Hausherren fanden in der 25. Minute ihre erste gute Einschusschance vor, doch Manfred Drnovsky konnte einen Fehler von Sportklub-Keeper Hakan Kara nicht nützen und verfehlte das verwaiste Tor. Nach etwas mehr als einer halben Stunde begannen die "Perez-Festspiele in Oberlaa". In der 31. Spielminute steckte der mit der "Glücksnummer" 13 aufgelaufene Mittelfeldmotor einen Ball auf Mannschaftskollegen Musa Kocas durch, der plötzlich allein vor Oberlaa-Goalie Hasan Swoboda auftauchte und überlegt zum 1:0 einschob. Keine 60 Sekunden später probierte es der Liechtenstein-Spanier selbst, schoss nach Hakan-Öntürk-Vorarbeit aber am Oberlaaer Kasten vorbei. Sichtlich auf den Geschmack gekommen, startete Perez in der 34. Minute den nächsten Versuch - schön von Erhan Ergün und Hakan Öntürk in Position gebracht, schoss Sportklubs 13er aber wieder knapp am Ziel vorbei. Die Hausherren konnten dem zunehmenden Druck der Gäste immer weniger standhalten und agierten in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte deutlich fehleranfälliger. In der 35. Minute konnte Hakan Öntürk einen "schweren Bock" von Emre Arslan nicht nützen und scheiterte an Hasan Swoboda. Eine Minute später probierte es Marco Perez, der von den Oberlaaern nie in den Griff zu bekommen war, erneut - wie schon bei seinen ersten beiden Versuchen schoss er auch im dritten Anlauf knapp am Tor vorbei. "Wenn's schon mit dem Toreschießen nicht klappt, dann probier' ich's als Vorbereiter" musste sich Marco Perez unmittelbar nach seinem dritten Fehlversuch gedacht haben und schlug in der 38. Spielminute einen Traumpass auf Musa Kocas, der das Leder bis zur Toroutlinie führte, uneigennützig auf Ali Kaya zurückspielte und schon hieß es 2:0. "Suprrr" schoss es dem Ex-Teamspieler Liechtensteins in bestem Schwyzerdütsch durch den Lockenkopf und schlug 120 Sekunden später den nächsten Zauberpass aus dem Fußgelenk - dessen punktgenaues 40-Meter-Zuspiel legte Musa Kocas ideal auf Erhan Ergün ab, der wuchtig zum 3:0 einschoss. "Des got guad" dachte sich der Spanien-Liechtensteiner weitere zwei Minuten später und verzauberte die Anwesenden mit dem nächsten Assist. Perez' Adressat war abermals Musa Kocas, der das Leder nur noch anzunehmen brauchte und das Spielgerät zum 4:0 einschob. Nach der zehnminütigen Gala zeigten sich die Dornbacher Fohlen gnädig und schalteten gut zwei Gänge zurück. Die letzte Chance im ersten Spielabschnitt gehörte den Hausherren: der nach 30 Minuten eingewechselte Ex-Dornbacher Thomas Kosch setzte eine Freistoßflanke per Kopf knapp über Hakan Karas Tor.


Im zweiten Durchgang war die Luft auf beiden Seiten sichtlich draußen. Während die Hausherren um Schadensbegrenzung bemüht waren, begnügten sich die Gäste mit der Verwaltung ihres Vorsprungs. Die Oberlaaer kamen deshalb in den zweiten 45 Spielminuten deutlich besser zur Geltung - vor allem Thomas Kosch zeigte sich gegen seinen Ex-Klub sichtlich motiviert. Einen von Schiri Lukenic noch nicht freigegebenen Freistoß schoss der Ex-Dornbacher drei Minuten nach Wiederbeginn ins Sportklub-Tor, wenig später prüfte er Hakan Kara mit einem weiteren Versuch. In der 54. Minute wollte Kosch Sportklubs Keeper Hakan Kara mit einem 40-Meter-Versuch überraschen, doch der war hellwach und parierte ohne Probleme. So sehr Marco Perez als Vorbereiter glänzte, so unglücklich agierte Hakan Öntürk mit Distanzschüssen. Scheiterte der schnelle Sportklub-Flügel schon in der ersten Hälfte am Oberlaaer Aluminium, erzielte er in der 56. Minute seinen ganz persönlichen "Leichtmetall-Doppelpack". Das Dornbacher Trainerduo brachte nach einer Stunde frische Kräfte: Darko Savic ersetzte Burak Özbek, Peter Kohlhauser kam für den umsichtigen Yannick Soura. Savic, der in der Vorwoche die Türkiyemspor-Defensive einige Male schwindlig gespielt hatte, prüfte Oberlaas Keeper Hasan Swoboda in der 66. Minute - der zeigte sich aber weiterhin ohne Fehl und Tadel. Dass der vom Verletzungspech verfolgte Ex-Dornbacher Thomas Kosch noch weit von der Form vergangener Tage entfernt ist, wurde in der 68. Spielminute deutlich - allein vor Hakan Kara stehend, setzte er das Leder neben das Sportklub-Tor. Vier Minuten später köpfelte Anil Ertekin einen Marco Perez-Corner über Hasan Swobodas Kasten. Unmittelbar danach war der Arbeitstag des zweifachen Torschützen Musa Kocas zu Ende - er machte Sasa Djokic Platz. Bei einem Harald Kapeller-Schuss in der 75. Minute zeigte sich Hakan Kara im Sportklub-Tor neuerlich auf dem Posten, drei Minuten später durfte der Keeper ein fünftes Mal mit seinen Mannschaftskollegen jubeln. "Pechvogel" Hakan Öntürk war auf der linken Seite enteilt, schlug einen guten Stanglpass zur Mitte, wo der schwarz-weiße Captain Erhan Ergün nur noch das Fusserl hinhalten musste und auf 5:0 erhöhte. Die fairen und im zweiten Spielabschnitt gut mithaltenden Hausherren wurden in der 86. Minute für ihren Einsatz belohnt: nach einem Foul von Marco Perez an der Strafraumgrenze versenkte Oberlaas Captain Stephan Bures den dafür verhängten Freistoß zum 1:5. Knapp vor Schluss startete Marco Perez einen letzten Versuch, sich in die Torschützenliste einzutragen, scheiterte jedoch abermals knapp. Dass das halbe Dutzend doch noch voll gemacht wurde, dafür sorgte eine sehenswerte Kombination in der 90. Spielminute: Ali Kaya und Erhan Ergün bereiteten mit einem Doppelpass mustergültig vor, Wechselspieler Darko Savic erzielte - wie schon in der Vorwoche -  ein "Joker-Tor" zum 6:1-Endstand.


FC A11-Rapid Oberlaa gehört scheinbar zu den Lieblingsgegnern der Dornbacher Fohlen. Nach dem 9:1-Kantersieg im Hinspiel reichte es auch dieses Mal zu einem deutlichen Erfolg. Hauptverantwortlich dafür war eine starke Viertelstunde am Ende der ersten Spielhälfte. Kampfmannschaftstrainer Hans Kleer wird vor allem die blitzsaubere Leistung seines Mittelfeldmotors Marco Perez freuen, der Woche für Woche deutliche Fortschritte macht. Der tödliche Pass klappt schon wie in alten Zeiten.


Für die Dornbacher Fohlen spielten: Hakan Kara - Alexandru Chirliuc, Yannick Soura (63. Peter Kohlhauser), Anil Ertekin, Lukas Fuhrmann - Burak Özbek (58. Darko Savic), Marco Perez, Erhan Ergün (C), Hakan Öntürk - Ali Kaya, Musa Kocas (72. Sasa Djokic).


Fotos: (C) Wiener SK

27-03-2010