Spielbericht

 

Schwechat - 21. Runde RLO 9.4.2010

Braustadt-Blues

21. Runde RLO, Fr. 09.04., 19.30 Uhr, Schwechat vs. Sportklub  – 3:0 (1:0)

Der Ausflug in die Braustadt hatte für die Dornbacher einen schalen Beigeschmack. Statt einem Lauf setzte es einen weiteren Rückschlag, nachdem zu Ostern mit den Heimsiegen gegen Neusiedl und Gaflenz ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar war.

Nachdem beim Vorspiel der starke Dornbacher 98er-Jahrgang eine bittere 5:0-Niederlage hinnehmen musste, verlief der weitere Abend aus Dornbacher Sicht auch in seiner Fortsetzung nicht besonders erfreulich.

Dabei schienen die Gäste das Spiel fest in ihrer Hand zu haben. Das fing schon an der einzigen Kassa an. Eine kaum überschaubare Schlange von Sportklub-Fans drückte auf den Stadioneinlass und sorgte wieder einmal dafür, dass ein Auswärtsspiel der Dornbacher von der Kulisse her zum Heimspiel wurde. Ähnlich druckvoll beginnen auch die (diesmal in den Auswärtsdressen antretenden) schwarz-weißen Akteure auf dem Spielfeld. Pressing und Offensivgeist zeigen das Selbstvertrauen auf, das sich der Sportklub aus den beiden Heimsiegen geholt hat. Auch in der Defensive zeigen sich die Gäste spielfreudig. Perez lässt mit einem Zauberhaken im 16er die Schwechater Offensivabteilung schlecht aussehen und leitet umgehend den Gegenangriff ein. Die erste klare Chance des Spiels hat Sertan Günes, dessen Kopfball bringt aber nichts Zählbares ein. Die Gastgeber halten im wahrsten Sinne des Wortes dagegen. Kaum ein Zweikampf lässt aufblitzende Sohlen oder ausgefahrene Ellbogen vermissen. Während dabei kaum ein Pfiff oder gar eine Karte folgt, sieht verblüffender Weise in der 8. Spielminute ein Sportklub-Spieler, Christoph Jedlicka, die erste Gelbe Karte des Spiels. Die Karte ist vertretbar, aber mit der bisherigen und danach folgenden Regelauslegung nicht in Übereinstimmung zu bringen. Die Dornbacher kontrollieren das Spiel, nutzen aber ihre Chancen durch Slavov, Günes und Lukas Grozurek nicht. Die Schwechater werden hauptsächlich über ihren körperlichen Einsatz, den Flanken gleichenden Out-Einwürfen von Mario Schöny und den stark aufspielenden Dominik Höfel gefährlich. Dann folgt in der 38. Spielminute eine spielentscheidende Situation: Pascal Velek produziert im Spielaufbau einen Fehlpass zu Patrick Schmiedtberger. Dessen Kontervorstoß verhindert Velek durch ein hartnäckiges Trikot-Vergehen. Nachdem Schiedsrichter Pollak endlich abpfeift, stößt Velek im Vorbeilaufen Patrick Schmiedtberger mit der Schulter gegen den Kopf (siehe Sport in Wien TV–Videospielbericht). Schmiedtberger reagiert im Affekt völlig falsch und stößt in Richtung Velek nach. Rot für Schmiedtberger. Gelb für Velek. Auch Gelb für Günes und Darazs, die ob der Szene verbal aneinander geraten, während Schiedsrichter Pollak in seiner Hektik alle Karten, Notizen und Schreibutensilien über den Rasen verteilt. Diese unschönen Szenen wären mit einer konsequenteren Spielleitung zuvor zu verhindern gewesen. Den Rest des Spieltags verderben sich die Dornbacher selbst. Ein Fehler von Csandl im Spielaufbau führt noch in der ersten Halbzeit zum 1:0 für die Braustädter durch Palacic. In der zweiten Halbzeit erzielt Dominik Höfel das 2:0 aus einem Weitschuss. Ursprung des Tors ist aber ein desaströses Defensivverhalten vor dem 16er. Nachdem ein mögliches Handspiel als letzter Mann (Rote Karte wegen Torraub und Strafstoß) oder ein definitives Ballsperren (indirekter Freistoß im Strafraum) von Dejan Mladenov vor dem 5er der Schwechater vom Unparteiischen gar nicht geahndet wird, führt eine knappe Abseitsentscheidung gegen die Dornbacher zum 3:0 durch Palacic.

Auffälligster Akteur am Spielfeld war Schiedsrichter Pollak, der mit zahlreichen Entscheidungen und Regelauslegungen für Gesprächsstoff für die Zeit während und nach dem Spiel sorgte. Angeblich sollen ja die unauffälligsten Schiedsrichter die besten sein… Nichtsdestotrotz müssen die Dornbacher lernen, mit solchen Situationen professioneller umzugehen und weiter konsequent ihr Spiel zu machen.


Während die Dornbacher in den vorhergehenden Frühjahrsrunden als eines der fairsten Teams der Liga glänzten und einen deutlichen Sprung auf Platz 2 in der Fairnesstabelle unternahmen, wurden sie in Schwechat plötzlich als die bösen Buben der Liga identifiziert.


Kartenbilanz seit Beginn der Frühjahrssaison von Wienerberg bis Schwechat aus Dornbacher Sicht: 0, 1, 2, 1, 0, 0, 5. In Worten: von Helmut Pollak hat das Team von Trainer Kleer mehr Karten in einem Spiel (5) bekommen als in den sechs Spielen davor zusammen (4).


Am Ende stehen insgesamt acht Gelbe Karten und eine Rote Karte auf dem Scoresheet des Schiedsrichters. Hätte er in den ersten 15 Minuten bei einigen groben Fouls, aufblitzenden Schuhsohlen und ausgefahrenen Ellbogen im Schwechater Abstiegskampf deutlich auf das Regelbuch verwiesen und dies frühzeitig mit einer Gelben Karte untermauert, wäre allen Beteiligten eine Menge Aufregung erspart geblieben.

11-04-2010

Rudolf Tonn Stadion , 600 ZuseherInnen

Schiedsrichter: Helmut Pollak

Assistenten: Alphonse Hategekimana, Abd El Monem Naeim

Wiener Sportklub:

Harrauer; Hevera, Csandl (46. Dimov), Jedlicka, Homm; Slavov, Szabo (C), Schmiedtberger, Perez, Lukas Grozurek (65. Harun Sulimani); Günes (63. Berkovic).

Altersschnitt: 23,14

SV Schwechat

Meznik; Studeny, Hirsch, Mladenov; Palalic, Meznik, Höfel (88. Enenkel ), Velek (61. Schmidt), Schöny; Kafka, Darazs (78. Blauensteiner), Ortner.

Altersschnitt: 25,14

Tore:

1:0 – (42.) Palalic, 2:0 – (60.) Höfel, 3:0 – (81.) Palacic

Gelbe Karten:

Jedlicka (8./WSK), Csandl (30./WSK), Velek (38./SVS), Darazs (38./VSV), Günes (38./WSK), Harrauer (73./WSK), Blauensteiner (78./SVS), Schöny (86./WSK).

Rote Karte:

Schmiedtberger (38./WSK)

Statistische Daten:

www.ostliga.at, www.weltfussball.at, www.fussballoesterreich.at, Datenbank Wiener SK