Spielbericht

 

Gaflenz - 30. Runde RLO 5.4.2010

Paukenschlag zu Ostern

30. Runde RLO, Mo. 05.04., 16:15 Uhr, Sportklub vs. Neusiedl – 6:0 (2:0)

Der Wiener Sportklub feiert gegen überforderte Aufsteiger aus Gaflenz den höchsten Sieg der Saison und verschafft sich Luft in der Tabelle. Günes begeistert mit vier Toren und zwei Assists.

Das Osterwochenende hatte für den Sportklub erfolgversprechend mit einem 2:1 gegen den SC Neusiedl am Karfreitag begonnen. Das zweite Heimspiel binnen 3 Tagen sollte dann den Grundstein legen für ein ruhigeres Saisonfinish, frei von kursierenden Abstiegsgespenstern. Mit dem Ostliga-Debütanten aus Gaflenz kommt zum Abschluss des Doppelspieltages ein Tabellennachbar an die Alszeile. Ein „Sechspunktespiel“ für beide Teams. Bei strömendem Regen und tiefem Boden hält die Partie von Beginn an, was sie versprach. Die Gaflenzer leisten es sich nicht, nur auf die Defensive zu setzen und spielen von Anpfiff weg mutig mit. Das frühe Pressing und Forechecking bringt das Aufbauspiel der Wiener in den Anfangsminuten ins Stottern. Die Gäste verstecken sich nicht, doch der Sportklub hält dagegen und schon nach 8 Minuten zappelt der Ball im Netz der Gäste. Als Günes  mustergültig freigespielt an der Strafraumgrenze zum Schuss kommt und Keeper Heiml so gerade noch parieren kann, setzt Lukas Grozurek nach und versenkt den Ball. Jubel auf den Rängen, nur der Linienrichter hat etwas dagegen und hält die Fahne in die Höhe: Abseits. Weiterhin 0:0, doch der WSK weiß nun wohin die Reise geht. Und tatsächlich liegt der Ball keine 10 Minuten später wieder im Netz, und diesmal zählt's: Sertan Günes zirkelt einen 25meter-Freistoß zielgenau über die Mauer zum 1:0 ins linke Eck – keine Chance für Heiml (15.). War bis dahin eine abwechslungsreiche, ausgeglichene Partie zu sehen, so änderte sich dies spätestens ab diesem Zeitpunkt. Die Führung gab den Hausherren die nötige Sicherheit im Passspiel und Spielaufbau, eine Initialzündung für das Wiener Offensivspiel. Wie schon in der Partie gegen den SC Neusiedl erarbeitete sich vor allem Lukas Grozurek viele Bälle und sorgte mit impulsiven Vorstößen in der gegnerischen Abwehrreihe für Gefahr. Von der rechten Außenbahn nach innen ziehend, hat Heiml beim wuchtigen Schuss Mühe die Gaflenzer in der Partie zu halten (30.). Der WSK ist nun tonangebend, hat das Heft vollends in der Hand und drängt auf das 2:0. Die Gäste kommen kaum mehr zu Entlastungsangriffen und kurz vor der Pause muss Keeper Heiml dann zum zweiten Mal hinter sich greifen. Und wieder macht es Günes. Homm bringt den Ball passgenau in die Mitte. Dort beweist Günes dann seine ganze Klasse. Annahme, kurze Drehung zum Tor, ansatzloser Abschluss. Torhüter Heiml bleibt nur die Zuschauerrolle. Für den Sportklub der berühmte psychologisch wichtige Treffer kurz vor dem Seitentausch.

Nach dem überzeugenden Auftritt in der ersten Hälfte hat Trainer Kleer nachvollziehbar keinen Grund zum Wechsel. Und die Dornbacher machen im zweiten Durchgang genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Gleich zu Beginn verfehlt Szabos Kopfball nur knapp das Gaflenzer Gehäuse (46.). Der Sportklub bleibt nach dem Wiederanpfiff das dominierende Team, lässt den SV Gaflenz nicht mehr aus der eigenen Hälfte und erhöht nach nur 5 Minuten auf 3:0. Nur drei Minuten nach Szabos Großchance findet der Ball schon den Weg ins Tor: Nach Günes Ecke steht Slavov am langen Eck goldrichtig und nickt aus kurzer Distanz ein. Mit der beruhigenden Dreitoreführung im Rücken spielt der WSK nun vollends losgelöst mit einem unermüdlichen Zug zum Tor. Besonders das Spiel über die Außen klappt nun immer besser und stellt die Gaflenzer Abwehr vor immer mehr Herausforderungen. Und spätestens ab der 56. Minute zahlt der Aufsteiger bitteres Lehrgeld bei seinem ersten Auftritt am Sportclub-Platz. Nach Traumpass vom eingewechselten Schmiedtberger ist Günes völlig frei vor Heiml und setzt zum Heber an. Der Ball schlägt knapp unterm Lattenkreuz ein. 4:0 für den Sportklub, doch anstatt sich zurückzuziehen, drängen die schwarz-weißen immer weiter und der SV Gaflenz gibt sich völlig auf. Nur 4 Minuten später bringt ein erneuter Günes-Eckball den nächsten Erfolg: Csandl springt am Höchsten und köpft das Leder an Heiml vorbei zum fünften Treffer für den Sportklub. Die Gaflenzer sind völlig konsterniert, der Sportklub ist eiskalt und nach nur 66 Minuten macht erneut Günes das halbe Dutzend voll: Ein Angriff von links bringt Hevera maßgeschneidert in die Mitte und Günes hat keine Mühe einzunicken. Sein vierter (!) Treffer an diesem Abend, Heiml weiß nicht wie ihm geschieht. Und noch sind mehr als 20 Minuten zu spielen und der Sportklub denkt noch nicht ans Verwalten. Der SV Gaflenz wird an die Wand gespielt, die Überlegenheit ist nicht nur am Ergebnis unübersehbar, dem WSK gelingt fast alles! Nach einer schönen Freistoßvariante, als Csandl die Flanke antäuscht aber den gestarteten Dimov an die Grundlinie schickt, ist es Baumgartner, der die Hereingabe nur knapp über den Kasten setzt (76.). Am Ende kann der SV Gaflenz schon fast froh sein mit nur (!) sechs Gegentreffern davonzukommen. Kurz vor Schluss ist es noch einmal der alles überragende Günes, der nach einem Freistoß völlig alleingelassen vor dem Tor steht und aus fünf Metern den Ball nicht im Gehäuse unterbringen kann (83.). Letztlich, und das ist neben den vielen Treffern ins Gaflenzer Tor das bemerkenswerte, bleibt die Wiener Abwehr frei von Gegentoren, auch weil die wenigen Aufbäumversuche der Gäste spätestens am starken Michi Harrauer enden. Somit feiert der WSK seinen höchsten Erfolg der Saison und tut mit seinen sechs Toren etwas für das Torverhältnis. Die Schwarz-weißen senden nach dem erfolgreichen Osterwochenende mit zwei Heimsiegen in Folge ein dickes Ausrufezeichen Richtung Konkurrenz.

08-04-2010

Sportclub-Platz, 850 Zuschauer

Schiedsrichter: Walter Leitner

Assistenten: Herbert Hirsa, Martin Bauer

Wiener Sportklub:

Harrauer; Hevera, Csandl, Jedlicka (69. Baumgartner), Homm; Szabo (C), Perez (60. Dimov); Slavov, Berkovic (55. Schmiedtberger), Lukas Grozurek; Günes.

Altersschnitt: 23,38

SV Gaflenz

Heiml; Garstenauer, Scharnreitner, Blaha (58. Dengg), Nestl, Schauppenlehner, Bichlbauer (60. Fasching II); Gibala, Spiranac, Stangl; Stradner (58. Buder).

Altersschnitt: 27,29

Tore:

1:0 – (15.) Günes (Freistoß), 2:0 - (37.) Günes (Homm), 3:0 - (48.) Slavov (Günes), 4:0 - (54.) Günes (Schmiedtberger), 5:0 - (59.) Csandl (Günes), 6:0 - (65.) Günes (Hevera)

Gelbe Karten:

Garstenauer (46./SVG)

Statistische Daten:

www.ostliga.at, www.weltfussball.at, www.fussballoesterreich.at, Datenbank Wiener SK

Stadionzeitung als PDF-Download:http://www.wienersportklub.at/stadionzeitung/alszeilen_0910-09.pdf

Kaderstatistik Wiener SK nach der 17. Runde. Abkürzungen: JG...Jahrgang, Min...Minuten, Sp...Spiele, T...Tore, VL...Vorlagen, PKT...Scorerpunkte, GK...Gelbe Karten, GRK...Gelb-Rote Karten, RK...Rote Karten, Ein...Einwechslungen, AUS...Auswechslungen. Anm: Bei Ein- und Auswechslungen erklärt sich die Differenz in der Summe durch den Kaderumbau zur Winterpause.